Vulkan Ijen

Selma am 20. September 2014
Java
Kratersee Ijen

Kratersee Ijen

Ijen ist ein Vulkan ganz im Osten von Java. Die am nächsten gelegene Stadt ist Banyuwangi und dient uns damit als Basis für unseren Vulkantrek.
Wir fahren direkt nach Banyuwangi, von wo aus wir mit einigen Schwierigkeiten ein Motorbike mieten und uns auf den Weg nach Ijen machen. Do it yourself! Die meisten fahren nämlich nur mit organisierten Touren dorthin…. Motorbikes sind auch nicht wirklich zu finden in Banyuwangi und wir müssen viel herumfragen, bevor uns jemand sein eigenes Motorbike für einen angemessen hohen Betrag vermietet.

Es lohnt sich aber! Die Fahrt nach Ijen dauert etwa 2 Stunden und ist echt schön. Es ist der 17 August, Independence day in Indonesia, und auf den Straßen marschieren Schulkinder und singen die Nationalhymne.

Schließlich kommen wir im Basecamp an. Hier ist es ganz schön kalt und die Sonne geht auch schon langsam unter.

Basecamp Ijen, es gibt ein paar Warungs, ein Office und sogar ein Zimmer zum nächtigen.

Basecamp Ijen, es gibt ein paar Warungs, ein Office und sogar ein Zimmer zum nächtigen.

Wir treffen dort zufällig Thomas und Robin, zwei Franzosen die wir in Yogya zuvor kennengelernt hatten. Auch sie wollen, wie wir, den Vulkan-Trek 2 Stunden vor Sonnenaufgang beginnen um das berühmte Api biru, blaues Feuer, zu sehen. Dieses kann man nämlich nur bei Nacht sehen.

Die Nacht schlagen wir uns mit Karten und Teh Jahe, Ginger Tee um die Ohren.

Die Nacht schlagen wir uns mit Karten und Teh Jahe, Ginger Tee um die Ohren.

An Schlafen ist nicht wirklich zu denken, da ab 1 Uhr die ersten Leute nach oben ziehen, und ab da ist es richtig busy hier die ganze Nacht hindurch. Außerdem ist es richtig kalt hier, wie man es sonst ja so garnicht in Indonesien kennt.
So gegen 3 Uhr nachts machen wir uns dann auch auf den Weg. Der Aufstieg dauert etwa eine Stunde, in totaler Dunkelheit.

Auf gehts! Mitten in der Nacht!

Auf gehts! Mitten in der Nacht!

Terroristen?

Terroristen?

Zwischendurch sehen wir ein paar Menschen, die sich in Decken eingehüllt am Wegesrand zum schlafen niedergelegt hatten. Arbeiter, die hier übertag den Schwefel im Krater des Vulkanes abbauen und hinuntertragen. Einer der härtesten Jobs der Welt, wenn man mich fragt.
Oben angekommen, sieht man schon das blaue Feuer im Krater. Aus der Ferne schon ein Wahnsinnsanblick, beginnen wir den wagemutigen Abstieg bei Nacht in den Krater. Bei vollster Geschwindigkeit fliegen wir in der Dunkelheit den felsigen Pfad nur so hinunter, schließlich wollen wir vor Sonnenaufgang ankommen. Die Luft wird immer dicker, und es stinkt nach Schwefel. Besonders wenn der Wind den Rauch in unsere Richtung weht. Kurz überlegen wir, ob der Anblick es wert ist unser Leben so aufs Spiel zu setzen. Mal abgesehen von dem nächtlichen Abstieg ist der Rauch bestimmt auch nicht so gut für unsere Lungen. Da bietet uns aber auch schon einer der Arbeiter ein paar Gasmasken an, mit denen können wir dann den Rest hinabsteigen.
Man kommt auch tatsächlich bis ganz nahe ans blaue Feuer heran. So nahe, dass man es sogar schon spüren kann.

Api Biru - Blue Fire

Api Biru – Blue Fire

Terrorist? Nein, nur ein neugieriger Tourist!

Terrorist? Nein, nur ein neugieriger Tourist!

Wir stehen auch mittem auf dem Schwefelfeld und die Arbeiter um uns herum bauen schon die ersten Kilos des gelben Goldes ab. Naja, Gold ist übertrieben. Für den ganzen Schwefel den sie nach oben tragen, kriegen sie pro Kilo so um die 80 cent (ich bin mir bei dieser Information nicht mehr sicher, es war aber schon sehr, sehr wenig!). Lungenkrebs inklusive! Na toll! Insofern geben wir dem, der uns seine Masken geliehen haben, auch erstmal ein dickes Trinkgeld.
In der Zwischenzeit geht die Sonne auf.

Das blaue Feuer verschwindet langsam, der gelbe Schwefel wird dafür immer mehr erkennbar.

Das blaue Feuer verschwindet langsam, der gelbe Schwefel wird dafür immer mehr erkennbar.

Mittlerweile haben die indonesischen Schwefelarbeiter die Touristen ersetzt.

Mittlerweile haben die indonesischen Schwefelarbeiter die Touristen ersetzt.

Wir betrachten das ganze Geschehen noch eine Weile, bevor wir den Aufstieg in den Angriff nehmen. Jetzt, bei Tageslicht und keinem Zeitdruck, sieht natürlich alles ganz anders aus. Oben kann man noch am Kraterrand entlanglaufen. Wir relaxen noch ein wenig an der Spitze. Die anderen schlafen sogar ein, so ruhig wie hier ist es nämlich selten in Indonesien, welches voll vom lautem und farbenfrohem Leben pulsiert.

Der Kratersee

Der Kratersee

Der Schwefel wird in schweren Körben zurückgetragen.

Der Schwefel wird in schweren Körben zurückgetragen.

Ein Korb voll mit frischem Schwefel.

Ein Korb voll mit frischem Schwefel.

Der Abstieg ist schnell geschafft, und dann ist unser vulkanisches Abenteuer auch ganz schnell zuende. Wir verabschieden uns von unseren französischen Freunden, und fahren mit dem Motorbike wieder zurück nach Banyuwangi.

Am Rande des Kraters

Am Rande des Kraters


« »

Ein Kommentar hinterlassen:





Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.