Und dann kam es noch dicker

Moritz am 25. Juni 2014
Auto

Der Tag war gekommen, wo wir unseren Van zur Reparatur schickten. Wir fuhren also zu der Adresse des Mechanikers, klingeln, doch raus kommt nur ein anderer Mann. Er erzählte uns, dass der Mechaniker einen wichtigen Termin heute morgen erhalten hatte und er deshalb schnell los musste. Also wieder warten und warten! Am Ende wurde aus 8 Uhr morgens, 4 Uhr Nachmittags. Grund hierfür war, dass der Mechaniker von der Polizei abgeholt wurde und den halben Tag auf der Wache verbracht hatte. Als ich dann mal in das Haus gegangen bin, wusste ich wo ich gelandet war. Drehort Breaking Bad! Es sah so aus als wäre man mitten in der Drogenhöhle gelandet. Nervös schaute ich ob auf dem Boden nicht irgendwo Nadeln rumliegen, doch das einzige was man sah, war der kleine 11 jährige Sohn, welcher sich grade seine Kippe drehte. Trotzdem merkte man, dass er als Mechaniker echt Ahnung hat. Da wir vorher 3 Mechaniker kontaktiert hatten und alle meinten, dass höre sich nach Probleme mit dem Kraftstofffilter und der Kraftstoffpumpe an. Er hatte ebenso darauf getippt und begann dann sofort mit der Reperatur. Am Abend war das Problem, dass wir keinen Schlafplatz hatten, unser Hostel ausgebucht war und da half uns erneut Tom. Er organisierte uns einen Homestay, bei einem seiner Bekannten und dies nur einige Meter vom Mechaniker entfernt. Am Abend lud er uns noch auf einige Drinks und zum Essen ins Stellar ein und erkundigte sich wie es denn mit den Reperaturen laufe. Am nächsten Morgen kam dann die Erkentniss, dass es gar nicht so gut laufe. Der Mechaniker brauchte einen neuen Sensor, der brachte jedoch auch nicht das erhoffte Ergebnis. Er wusste dann auch nicht mehr weiter und meinte, wir müssen die Elektronik testen. Unsere Hostelbesitzer meinte daraufhin, dass wir zu einem ihrer Bekannten gehen sollten. Er habe eine gute Werkstatt und könnte uns sicher weiterhelfen. So fuhren wir mit der Schrottkarre zur Werkstadt und zeigten dem Besitzer das Auto und erklärten die Probleme. Doch auf einmal fuhr es, als hätte es niemals ein Problem gegeben bis zum Ende, als wir es erneut starten wollten. Es tat sich nichts! Und genau das begann den Mechaniker zu interessieren und er checkte alles, was er einfach so checken konnte. Doch auch er meinte, da muss einer kommen und die Elektronik checken und wir sollen doch am Abend wieder kommen.
Als wir dann einige Stunden später kamen hatte er schon das Ergebnis. Die Einspritzanlage war kaputt und die Kosten für die Reparatur wären $2500, aber das Auto sei allgemein eine Zeitbombe. Da musste ich mich erstmal setzen. Das wars nun $2600 in die Tonne geklopft, weil man Schrott gekauft hat. Das Auto ging nicht mal mehr an und deshalb fiel zurückbringen auch erstmal flach. Der Mechaniker bot uns noch an das Auto für $50 zu verschrotten, auch keine Option die man gerne hört.
Nach einigen Versuchen ist das Auto wenigstens mal wieder angesprungen und wir konnten es zum Hostel fahren. Dort angekommen habe ich alle 10 Minuten bei dem Mechaniker in Opotiki angerufen, doch niemand geht dran. Nach dem 289. Anruf kommt eine Textnachricht zurück. Das Ergebnis: er fühlte sich verantwortlich und wir hatten die Option das Auto gegen ein anderes zu tauschen.
Leider liegt Wanganui und Opotiki über 6 Stunden Fahrt auseinander, aber es war die einzige Möglichkeit nicht einen riesen Haufen Kohle zu verlieren. Also war der Plan die Strecke in einem Stück durchzufahren, ohne Pinkelpause. Jedes mal, wenn Sabrina einen Schluck getrunken hatte rief ich: TRINK NET SO VIEL! WIR WERDEN NICHT HALTEN!
Es war so übel über 6 Stunden mit einem kaputten Auto zu fahren, doch die Hoffnung auf einen ordentlichen Tausch und dann endlich die Südinsel betreten zu können, machten schmerzenden Hintern, fehlende Toilettengänge und Müdigkeit ertragbar.

Back in Opotiki! Die letzte Rückkehr (hoffentlich)

Der einsame Opotiki Strand

Der einsame Opotiki Strand

EIGENTLICH! Standen wir unter einem ganz schönen Zeitdruck, weil wir die Fähre auf die Südinsel gebucht hatten und bis zu diesem Datum nur noch 3 Tage zeit waren. Der Mechaniker meinte, er melde sich sobald er ein Auto gefunden hat. Wir gingen davon aus, dass dies eine Sache von 4 vielleicht 5 Tagen sei, doch es kam kein Anruf oder Nachricht. Die Fähre haben wir dann auch um einige Tage nach hinten verlegt und nun ja dann sitzt man wartend in Opotiki fest.
Im Nachhinein betrachtet war die Zeit dort aber sogar ganz cool. Wir hatten traumhaftes Wetter und es fühlte sich daher eher an wie ein Campingurlaub. Das Auto bewegten wir in dieser Zeit keinen Meter, zu Fuß ging es jeden Tag an den Strand und es wurde an der braunen Kruste gearbeitet.

Einige Tage Strandurlaub

Einige Tage Strandurlaub

Dann war der Tag gekommen! DAS NEUE AUTO WAR DA! Leider schon wieder in letzter Sekunde, da es mit dem Fährentermin zum zweiten Mal knapp wurde. Naja nach ca 9 Tagen wollten wir dann unseren Van starten um ihn zur Werkstadt zu fahren. Er ging an, ich fahre an und hinterlasse beim Gas geben eine tief schwarze Rauchwand hinter uns, welche auch erstmal dort stand. Daraufhin kam ein Minihügel, ein Hügel mit einer Steigung von vielleicht 2 Grad, und trotzdem wird das Auto langsamer. Ich trete voll aufs Gas, doch nichts geschieht und dann ging es aus. Oooh man! Nach einigen Versuchen schafften wir dann das Auto doch zur Werkstadt zu fahren.

Das neue Auto! Nissan Prairie Joy

„Naja also DAS ist echt gar nicht, was wir uns vorgestellt haben“ sagten wir zueinander, als wir das Auto einige Minuten gefahren sind. „Aber wenigstens fährt es im Gegensatz zu dem alten Auto“. Mit diesem Satz parkte ich das Auto in einer Rastbucht und schaltete es aus, wieder an, wieder aus und ich dreh den Schlüssel erneut. Nix, nur ein leises Klacken. Nach einigen Versuchen mussten wir uns eingestehen, dass es keinen Sinn hat und wir den Mechaniker anrufen müssen.
Dieser kam dann gleich mit dem Abschleppseil und brachte es zurück in die Werkstatt. Die Diagnose: der Startermotor kaputt.
Das Problem war an dieser Stelle, dass wir nur zwischen 2 Übeln wählen konnten. Die alte Schrott Chantal oder der Schlitten, welcher vor der ersten richtigen Fahrt schon in die Reparatur muss.
Nicht zu vergessen war unser zweites Problem, die Zeit, wir wollten ja an diesem Abend noch so weit in Richtung Wellington fahren wie möglich.
Um 6 waren dann die Reparaturen abgeschlossen, das Auto umgeräumt und wir bereit zu fahren.
Kurz bevor wir fahren wollen, will einer der Mechaniker die alte Chantal in die Werkstadt fahren. Nach zahlreichen Startversuchen schwebte eine riesige schwarze Rauchwolke über dem Parkplatz, doch das Auto blieb aus. Dank dieser Aktion konnte ich doch noch mit einem Lächeln von der Werkstadt weg fahren.

Unser neues Auto

Unser neues Auto

7 Stunden bei Nacht mit einem neuen Auto fahren, um möglichst nah an Wellington zu gelangen. Schnell merkte ich, dass das Auto extremst nach Links gezogen hat, also nicht ein bisschen, sondern so sehr, dass ich das Lenkrad fast 2 Handbreiten nach rechts ziehen musste, um die Spur zu halten. Dennoch war ab hier der Zeitpunkt gekommen wo es wirklich bergauf ging und die Sorgen weniger wurden.


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