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Die Lords of Backpacking

Wir berichten im Blog auf Backpacker.Unterkunft.de von unserer Weltreise! Backpacker.Unterkunft.de

Markus (30, Wassermann)

Dipl. Betriebswirt und Schreiberling aus Regensburg

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Selma (25, Wassermann)

Dipl. Psychologin und Reisende aus Kleve

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Manu (31, Waage)

Gastronomisch in der Welt unterwegs

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„The best days in Milford Sound are rainy days“

Selma am 1. Juli 2014

„The best days in Milford Sound are rainy days“… den Satz kriegen wir hier von wirklich jedem zu hören in dem bekanntesten aller Fjorde in Neuseeland. Mein Trip zu den Milford Sound fällt nämlich buchstäblich ins Wasser… oder anders gesagt er ersäuft im Regen. Und ist damit ist er ein voller Erfolg!

Ich reise zusammen mit Paul, einem Kletterfreund aus Wanaka. Auf der 120 km langen Milfrod Road, die sich von Te Anau zum Milford Sound erstreckt, lesen wir einen Hitchhiker auf, Jerome, der sich uns kurzerhand für ein paar Tage anschließt. Unterwegs gibt es kaum Häuser und keine Tankstellen aber dafür jede Menge einfach ausgestattete Campingplätze und ein paar schöne Fleckchen, an denen es sich zu stoppen lohnt!

Mirror Lakes, ein kleiner Zwischenstop auf der Milford Road

Mirror Lakes, ein kleiner Zwischenstop auf der Milford Road

Bei mehr als 180 Regentagen im Jahr ist Milford Sound einer der am verregnetesten Gegenden in Neuseeland. Tatsächlich aber presentieren sich die Fjorde bei diesem Mistwetter am allerschönsten, so schießen die Wasserfälle aus sämtlichen Felswänden und ein leichter Nebel legt sich übers Land. Das ganze wirkt etwas surreal und überirdisch schön.
Natürlich besuchen wir den Milford an einem dieser Regentage. Der Jerome, den wir unterwegs aufgelesen haben, entschließt sich die mehrtägige geplannte Wanderung bei diesem Wetter NICHT zu starten, und fährt mit uns zusammen auf einen der 12 DOC-Campingplätze am Rande der Straße. DOC campingplätze gibt es überall in Neuseeland, sind in der Regel mit einer Toilette ausgestattet und kosten meistens um die 6 Dollar pro Nacht. Der Campingplatz Lake Gunn wirkt ein bisschen mystisch im Regen und Nebel. Trotz des Regens und der Kälte springen wir ins eisige Wasser des Sees, eine Dusche war schon lange wieder nötig 🙂

Lake Gunn

Lake Gunn

Unser Zelt im Regenwald

Unser Zelt im Regenwald

Nach einem genauso verregneten Frühstück brechen wir am nächsten morgen früh auf, um den Tag in Milford Sound verbringen zu können. Unterwegs passieren wir den berühmten „Homer Tunnel“, ein 1200m langer Tunnel der durch die Steilwände des Hollyford Valleys führt.

Homer Tunnel. Der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. Auch hier bilden sich hunderte von Wasserfällen an den Felswänden, die an Sonnentagen wieder verschwinden

Homer Tunnel. Der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. Auch hier bilden sich hunderte von Wasserfällen an den Felswänden, die an Sonnentagen wieder verschwinden

Hier soll es viele der neugierigen Keas geben, eine Art Bergpapagei der extrem neugierig und oft ein Ärgernis für Einheimische und Bergsteiger ist. Ich bin aber genauso neugierig auf diesen berühmten Vogel wie dieser wahrscheinlich auf die Menschen, werde aber enttäuscht und leider sehen wir keinen.

Es regnet ununterbrochen! Rechts und links von uns ziehen sich steile Felswände in den Himmel, dessen Ende wir aufgrund des Nebels nicht erkennen können. Auch hier stürzen Tausende von Wasserfällen hinunter.

Wasserfälle überall

Wasserfälle überall

Angekommen im „Zentrum“ der kleinen Stadt Milford (tatsächlich gibt es hier nur ein Hotel, ein Restaurant, eine Info und ein Postoffice) sind wir wenig motiviert, das Auto zu verlassen. Nach langem überlegen und abwägen der Kosten entschließen wir uns, einen Milford Sound Cruise zu buchen. Denn zumindest sind die Boote überdacht und wir können herumlaufen. Außerdem sind die Bootsfahrten nicht zu teuer und eine der besten Möglichkeiten den Milford zu betrachten. Wir entschließen uns für eine Tour am Nachmittag, die free fish and chips anbietet. Unser hungriger Magen hat hier seinen Einfluss deutlich gemacht! Bis zur Tour sind es leider noch 3 Stunden warten, also zurück ins Auto und Zeit totgeschlagen.

Der Milford Sound Cruise ist sein Geld auf jeden Fall wert! Mit offenen Mündern stehen wir staunend an den Fenstern, später sogar draußen im Regen, die Sicht ist doch einfach besser. Soviele Wasserfälle habe ich in meinem Leben noch nie gesehen! Eine der Tourbegleiterinnen erklärt uns, dass sich das Regenwasser oben an den Felsen im Moos erst sammelt, und dann, nach ein paar Stunden intensiven Regens, sich nach untern in diesen Wasserfällen ergießt. Darum ist Milford Sound am schönsten, wenn es mehrere Tage ununterbrochen geregnet hat, und sich dadurch möglichst viel Wasser auf den Felsen sammeln konnte.

Milford Sound Cruise

Milford Sound Cruise

Unser Boot fährt unter einen der Wasserfälle, und wer ganz mutig ist, kann ganz vorne am Bug eine Wasserfalldusche über sich ergehen lassen.

Unser Boot fährt unter einen der Wasserfälle, und wer ganz mutig ist, kann ganz vorne am Bug eine Wasserfalldusche über sich ergehen lassen.

Bis zu dem Punkt wo es egal ist, dass man noch nasser wird

Bis zu dem Punkt wo es egal ist, dass man noch nasser wird

Schnell sind wir bis auf die Haut durchnässt und ziehen sogar unsere Schuhe aus, da sie sowieso schon vollgesogen sind mit Wasser, und laufen barfuß auf dem Boot herum. Wir stimmen überein, dass der Milford Sound Cruise trotz Regenwetters, der Kosten und des etwas mager ausfallenden fish and chips ein voller Erfolg ist!

Noch am selben Abend verlassen wir den Milford, da Unterkünfte und Campingplätze hier einfach zu teuer sind, und besuchen einen der anderen DOC campingplätze an der Milford Road.

Der nächste Tag ist etwas weniger verregnet. Wir machen noch eine 3 stündige Wanderung zum „Key Summit“, ein Berg mit atemberaubender Aussicht über die Darrens, die umliegenden Berge, und Lake Marian.

Key Summit

Key Summit

Später am Tag fahren wir zurück nach Te Anau. Obwohl Paul und ich eigentlich noch mehr Zeit in Milford, genauer gesagt in den Darrens, verbringen wollen, den dies soll das beste Klettergebiet Neuseelands sein. Wir haben nicht mehr genug Benzin um zwischen der dafür geplanten Unterkunft und dem Klettergebiet hin und herzufahren, und fahren deshalb die 120km zurück bis zur nächsten Tankstelle. Wir verbringen die Nacht in Te Anau, und zwei Tage später (das Wetter war mal wieder schlecht zwischendurch) brechen wir auf, um das Klettern zu entdecken.

Der Alpine Kletterverein Neuseelands besitzt hier eine Hütte, die Homer Hut, deren Übernachtungspreis ich hier nicht zu nennen wage, die aber unsere einzige Anlaufstelle für Informationen darstellt. Wir verbringen hier eine Nacht und haben dadurch Einblick in das Guidebook.

Wir verbringen unsere beiden Klettertage in verschiedenen Gebieten und bekommen so einen kleinen Einblick. Leider ist das Klettern hier für mich viel zu hart, und sogar einfach gewertete Routen machen mir Mühe. Doch die atemberaubende Landschaft und der Ausblick beim klettern machen dies wieder wett!

Aussicht vom Babylon Crag, eine Kletterwand die sich unter regenartigen Wasserfällen befindet

Aussicht vom Babylon Crag, eine Kletterwand die sich unter regenartigen Wasserfällen befindet

Am Ende des zweiten Tages fahren wir nochmal die letzten Kilometer zurück zum Milford um uns den Fjord noch einmal in der Sonne anzusehen. Wunderschön, aber ganz anders ist der Eindruck.

Milford Sound in sun

Milford Sound in sun

Auf dem Rückweg dann noch eine positive Überraschung: Während wir am Eingang des Homer Tunnels darauf warten, dass die Ampel grün wird, landet ein Kea neben uns auf der Straße!

Ein Kea! Ganz ohne Angst kommt er fast bis zu uns ans Auto heran.

Ein Kea! Ganz ohne Angst kommt er fast bis zu uns ans Auto heran.

Insgesamt habe ich eine Woche in den Milford Sound verbracht. Davon einige Regen- sowie Sonnentage. In beiden Wetterlagen ist es definitiv schön hier!


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