Singapur – Penang

Ralf am 17. Juli 2013
Ungesunder Dunst

Ungesunder Dunst

Da ich ja den Rueckflug am letzten Freitag gleich von Singapur gebucht hatte, musste ich mich nun von KL aus dorthin begeben. Dazu erwarb ich am letzten Dienstag ein Zugticket fuer ca 9 Euro. Fair fuer ne 8h Zugfahrt! Am Mittwoch morgen musste ich um neun am Bahnhof sein. Als ich morgens wach wurde, war es 0851. Den Casio-Piepsalarm musste ich ueberhoert haben. Beeilung befindet sich leider nicht im Portfolio meiner zahlreichen Staerken. Gluecklicherweise hatte ich am Abend

zuvor den Alarmstuhl gepackt! Die Morgenhygiene fiel aus und 0852 war ich an der Rezeption. Dort musste ich erst umstaendlich ausgetragen werden, ehe ich gehen konnte. Auf der Strasze war ich also 0854, kaum jemand unterwegs (gut), aber auch kein Taxi (S-Bahnstation war zu weit weg). Also zur Hauptstrasze geflitzt, Taxifahrer entdeckt, in seinen Proton gescheucht und um 0856 losgefahren. So gegen 0859 war der Bahnhof zu sehen, jedoch noch nicht erreicht, da man sich erst durch ein verschlungenes Hochstraszensystem durchfitzen muss, ehe man am Haupteingang ankommt. Etwa zu der Zeit erinnerte ich mich, dass meine Uhr fuenf Minuten vor geht. Zeitbonus! Etwa 0906 stieg ich aus dem Taxi und rannte zum (am Vortag ausgekundschafteten) Bahnsteig. Leider war der Zugang abgesperrt und wurde von zwei Bahnpolizeiern bewacht. Auf meine Frage hin sagte einer, es bliebe abgesperrt, bis der Zug da ist. Also Verspaetung? Ja, aber in ca fuenf Minuten gehe es los. Mission erfuellt, Zeit fuer Pinkelpause.

Der Zug selbst war nicht topmodern, aber sauber und ordentlich. Einen Speisewagen gab es nicht, dafuer konnte man drei Waggons weiter Reis u.Ae. kaufen. Nach einer Weile wurde die Strecke eingleisig und bucklig, aber aufgrund der geringen Auslastung entstehen kaum Wartezeiten. Trotzdem der Zug Intercity heiszt, wird an jedem Dorfbahnsteig gehalten. Manchmal ist der Busch so dicht, dass die Blaetter an der Scheibe schleifen! Alles in allem ist die Bahnfahrt von KL nach Singapur eine recht entspannende Alternative zum Flug. Eine preisguenstige ebenfalls!

Zug im Busch

Zug im Busch

Dieselpalmen bis zum Horizont

Dieselpalmen bis zum Horizont

In Singapur kommt der Zug in einer stacheldrahtbewehrten Transitzone an, wo wegen absurd hoher Geldstrafen keine Fotos zu schieszen sind. Das habe ich aber zu spaet gelesen, aber anscheinend hats keiner gemerkt. Dann muss man einen Bus zur naechsten MRT-Station nehmen. Das haette $1,10 SGD kosten sollen, aber der Busfahrer gibt nicht raus, und das kleinste, was ich hatte, waren 2$ Scheine. Kein Wunder, dass Singapur so reich ist!

Neben dem fast allgegenwaertigen, schaendlichen Mammonwucher fiel noch eine Sache gleich zu Anfang unangenehm auf: Stinkiger Nebel! Man konnte die Sonne nicht sehen und staendig war alles in abendliches Schummerlicht getaucht. Schlieszlich beim MRT-Bahnhof angekommen gabs da keine Tageskarten fuer Touris, man musste erstamal ein Ticket ins Zentrum bezahlen und dann dort eine Tageskarte (10$; 2Tage 16$) kaufen. Natuerlich nicht gueltig ab der ersten Entwertung sondern von 0000 bis 2400. Doof, wenn man am Nachmittag ankommt. Und so geisterte ich durch die Stadt im Nebel, der, wie ich herausfand, vom kontrollierten Abbrand von Pflanzenresten auf Sumatra herruehrte. Viele der wenigen Passanten trugen Atemmasken und die Gesamtstimmung in Singapur erinnerte an einen gewissen Thomas-Mann-Roman.

Trotz der oben genannten Unzulaenglichkeiten konnte ich etliche Sehenswuerdigkeiten im Schnelldurchlauf erkunden. Der ehemalige englische Kommandobunker unter dem Fort Cunning Huegel war aber leider geschlossen. Sehr zu empfehlen und, man hoere und staune, gaenzlich gratis ist die zweimal taeglich abends stattfindende Laser- und Lichtshow am Hafenbecken vor dem Marina-Bay Einkaufszentrum. Dieses ist so riesig, dass es drinnen sogar einen Kanal mit Gondoliere gibt!

Marina Bay Sands in Endzeitstimmung

Marina Bay Sands in Endzeitstimmung

Touris in Todesverachtung

Touris in Todesverachtung

Schmeichelhafte Dunkelheit

Schmeichelhafte Dunkelheit

Am naechsten Tag musste ich aber schon wieder zum Flughafen, was ich aus o.g. Gruenden auch nicht zu sehr bereute. Der Changi-International-Airport ist eigentlich schon einen Besuch wert!

Wieder in Penang rechnete ich damit, in Baelde aufbrechen zu koennen, weil die Kupplung ja per Expresssendung angeblich nur maximal vier Tage brauchen sollte. Arschkarte: Leider ist ein Satz Kupplungsscheiben flach genug, um als Brief versandt zu werden. Briefe befoerdert die Deutsche Post AG. Auch recht fix, bis ins Flugzeug nach KL. Dort jedoch ist fuer den weiteren Ablauf die malaysische Post zustaendig. Und die braucht dann schon mal knapp zwei Wochen, um die Sendung hoch nach Penang zu schaffen und auszuliefern. In der Werkstatt kam es zwar am letzten Freitag an, aber es war Rennwochenende. Und weil KTM ja gerne den Rennsport foerdert, muss der Kundenservice zurueck treten. Von fuenf Mechanikern war noch einer da, und der hat die ganze Zeit 12 Stunden Schichten geschoben. Aber weil ich sehr aufdringlich zwei mal taeglich angerufen habe, konnte ich das Hiatamadl schon am darauffolgenden Dienstag Nachmittag in Empfang nehmen. Dank des wettbewerbsorientierten malayischen Lohnniveaus fiel auch die Rechnung erfreulich fair aus!

Penang Joyride

ohne Worte

An dieser Stelle moechte ich der Familie L. auch noch einmal meinen herzlichsten Dank aussprechen! Es ist nicht selbstverstaendlich einen voellig Fremden wochenlang bei sich in der Wohnung zu dulden und dessen zahlreiche Marotten klaglos zu ertragen! Ich habe mich sehr willkommen und heimisch gefuehlt und danke euch hier auch im Namen meiner ganzen Familie!


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