Mit dem Roller quer durch Flores – Von Borong bis Riung

Selma am 26. Oktober 2014

flores map part 2

 

 

Borong

Nachdem wir das kleine Örtchen Papang verlassen haben, geht es erstmal mit dem Roller über die holprige Straße voller fußballgroßer Kieselsteine zurück bis nach Ruteng. Da wir beide allerdings nicht gerade erpicht darauf sind noch eine Nacht hier zu schlafen, und unsere Energie fürs Roller-fahren laaange noch nicht ausgeschöpft ist, fahren wir weiter bis in den nächsten Ort: Borong. Da er auf unserer Karte eingezeichnet ist schlußfolgern wir, dass es dort auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Unsere Karte verzeichnet nämlich nur ungefähr +/- 10 Orte auf ganz Flores!

Es tut gut, eine Weile auf dem Scooter zu sitzen und sich den Wind um die Ohren pusten zu lassen. Außerdem ist es trotz des Motorenlärms nahezu ruhig, nach der ohrenbetäubenden Beschallung aus meterhohen Musik-Boxen in Papang.
Natürlich brauch die Fahrt länger als erwartet, doch irgendwie hatten wir das auch schon erwartet, und wir kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit in Mborong an. Der Ort ist auf der Karte am Strand verzeichnet, ein Meer ist nicht zu sehen aber dafür ist es hier, im Gegensatz zu Ruteng, wieder angenehm warm. Wir finden eine Unterkunft mit dem lieblichen Namen Primadonna, keine Weißen weit und breit, dafür ist ein English-teacher Kongreß aus Timor anwesend, die uns aber erst am nächsten Morgen überfallen sollten.

Unser traumhaftes Hotel

Unser traumhaftes Hotel

Abends noch schnell ein bisschen Reis mit Tofu geschmaust, dann gehen wir auch schon schlafen. Am nächsten Morgen wird geplant, um 7 Uhr in der früh loszufahren! Allerdings konnten wir ja da noch nicht mit dem English-teacher Kongreß rechnen, die uns im Hauseigenen Restaurant beim Frühstück abfangen! Wir beide wurden einzeln von jeweils zwei Lehrern belagert, deren English übrigens garnicht sooo schlecht war für Flores Verhältnisse. Wir werden eingeladen, doch nach Timor zu kommen, unzählige Email Adressen und Handynummern werden ausgetauscht, und als wir es dann schaffen auf unser Zimmer zu fliehen, kommen auch schon die ersten Anrufe rein („I just wanted to check if the number is working!“). Wir packen unsere Sachen zusammen und schaffen es dann auch gegen 8:30 das Hotel, beinahe incognito zu verlassen. Die Englishlehrer waren wohl gerade auf ihren Zimmern!

 

Bajawa

on the road - frühen Morgen

on the road – frühen Morgen

Zurück auf der Straße fahren wir an mehr und mehr Ständen vorbei, die weißen Benzin verkaufen. Es dauert eine Weile bis ich verstehe, dass es sich hier um Arak handelt, den localen Reiswhisky. Natürlich wird gleich angehalten und eine Flasche erstanden! Wie ich erst später herausfinden sollte, war dies eine sehr sehr gute Idee, denn Aimere, der Ort durch den wir gerade fahren, hat angeblich den besten Arak auf ganz Flores!

an der Straße entlang Aimere

an der Straße entlang Aimere

Wir bleiben aber nicht in Aimere, sondern wollen weiter bis nach Bajawa. Die Fahrt dauert insgesamt 5 Stunden und es geht wieder hoch in die Berge!

Zwischenstopp zwischen Aimere und Bajawa - Eine Kirche in den Bergen

Zwischenstopp zwischen Aimere und Bajawa – Eine Kirche in den Bergen

In Bajawa angekommen haben wir dann auch erstmal die Schnauze voll vom Fahren! Trotzdem ist es noch früh, und wir beschließen weiterzufahren, zu den beiden traditionellen Dörfern Luba & Bena.

Die Fahrt dorthin ist schon sehr, sehr beeindruckend! Es geht entland einer schmalen Straße die durch kleine Dörfer und hohe Bambussträucher führt. Unterwegs winken und rufen die Kinder. Erst nach etwa einer Stunde kommen wir bei dem ersten Dorf Luba an! Ein kleines Mädchen, welches uns rohe Kakaobohnen anbietet, erwartet uns. Natürlich nicht ohne die Hand nach Geld fragend in unsere Richtung zu strecken!

auf dem Weg nach Luba und Bena

auf dem Weg nach Luba und Bena

Luba, ein kleines unbewohntes Dorf

Luba, ein kleines unbewohntes Dorf

Luba

Luba

Bena, noch unbewohntes als Luba

Bena, noch unbewohnter als Luba

Ein bisschen Dorfleben sieht man doch - Die 3 Leute die hier wohnen trocknen ihre Kakaobohnen

Ein bisschen Dorfleben sieht man doch – Die 3 Leute die hier wohnen trocknen ihre Kakaobohnen

Tourismus in Bena

Tourismus in Bena

Schöne Münzketten
Bena!

Bena!

Gunnung Inerie, Ausblick von Bena welches am Fuße des Vulkanes liegt

Gunnung Inerie, Ausblick von Bena welches am Fuße des Vulkanes liegt

Insgesamt waren Luba, sowie das nächste Dorf Bena, eher enttäuschend! Die Orte wirken wie Museen, nur wenige Menschen sind dort und die meisten Häuser scheinen unbewohnt. Die wenigen Häuser mit Menschen sind auch vollbeladen mit traditionellen Webstücken die hier zu guten Preisen verkauft werden. Die ach so traditionellen Dörfer haben sich zu Touristenfallen entwickelt… Schade! Es ist trotzdem interessant zu sehen, wie die Häuser und Dörfer aufgebaut sind und beide Dörfer geben gute Fotomotive, wenn auch genau dieselben.
Wir entscheiden uns dann auch gegen den Homestay der in Bena angeboten wird und fahren zurück nach Bajawa, wo wir nach kurzem Suchen das Gasthaus Virgo finden. Dort kriegen wir für nur 110000RP ein großes Zimmer mit zwei Betten und dicken Wolldecken.
In Bajawa selber gibt es, genauso wie in Rutend und Borong, abends nicht viel zu tun. Man begegnet keine anderen Touristen und der Markt ist auch schnell gesehen. Also gehen wir auch hier wieder früh ins Bett mit der Intention, früh aufzustehen.

Moschee in Bajawa....

Moschee in Bajawa….

.... und direkt gegenüber der Straße die Kirche. Islam trifft Christentum!

…. und direkt gegenüber der Straße die Kirche. Islam trifft Christentum!

 

Riung

Wir stehen früh auf, aber unser Frühstück zieht sich etwas in die Länge! Aus dem einfachen Grunde das wir ein bisschen Probleme haben einen Laden zu finden der hier schon in der früh etwas zu Essen bietet. Daher kommen wir hier auch leider erst gegen 9 uhr weg, macht ja nichts! Der Weg nach Ruteng, an der Nordküste Flores, soll ja nur 3 Stunden dauern. Hierbei sollten wir auch unsere erste Lektion lernen: Vertraue den Zeitangaben der Einheimischen nicht! Vor allem wenn es um Motorroller-strecken geht!
Unterwegs stoppen wir noch bei heißen Quellen.

Mengeruda Air Panas (heiße Quellen)

Mengeruda Air Panas (heiße Quellen)

relax time bei den heißen Quellen

relax time bei den heißen Quellen

Außer uns sehen wir nur 3 Einheimische bei den Quellen, ansonsten sind wir alleine. Nach den heißen Quellen verschlechtert sich die Straße exponentiell: Je weiter wir in den Norden fahren, desto schlimmer wird es mit der Straße! Das Fahren wird richtig anstrengend und jeder Meter ohne Straßenlöcher wird gefeiert.

Schlechte Straßenbedingungen, dafür wahnsinns-Aussicht!

Schlechte Straßenbedingungen, dafür wahnsinns-Aussicht!

Unterwegs treffen wir ein paar sehr, sehr liebe Einheimische, uns werden Bananen angeboten und spannende Geschichten erzählt, denen wir allerdings nicht so ganz folgen können und deshalb hier auch nicht widergegeben werden können.
Irgendwann können wir dann aufs Mehr hinausblicken, und auf die 17 Inseln von Riung!

Riung wir kommen!!!

Riung wir kommen!!!

Ab hier ist die Fahrt nur noch schön! Wir wissen, wir sind nahe und die Straße wird auch wieder etwas besser. So dauert die angegebene Zeit auch nur doppelt so lange, 6 Stunden.
Als wir ankommen fahren wir als erstes zum Nirwana guesthouse, das wird nämlich als ganz schön beschrieben. Es ist tatsächlich auch schön, allerdings gibt der Gastwirt uns nicht gerade ein gutes Gefühl und wir überlegen es uns ein paar Mal, ehe wir doch dort absteigen. Preis-Leistungs mäßig bleibt es nämlich doch das beste im Ort! Außerdem ist Alena auch dort, ein deutsches Mädchen welches wir bereits zuvor in Labuanbajo kennengelernt hatten.

Nirwana guesthouse

Nirwana guesthouse

In Riung gibt es ein bisschen mehr, wenn auch nicht viel zu sehen. Es gibt das Cafe del Mar, welches mit einer angenehmen Stimmung besticht, dafür weniger mit dem angebotenem Essen.

Riung town, in der Nähe des Hafens

Riung town, in der Nähe des Hafens

Am nächsten Tag machen wir eine Bootstour zu den 17 Inseln (es sind eigentlich 21 Inseln, da Indonesiens Unabhängigkeitstag allerdings am 17ten ist, hat man dies auch kurzerhand unbenannt).

mit dem Boot zu den einundzwanzig 17 Islands

mit dem Boot zu den einundzwanzig 17 Islands

da werden doch die fliegenden Hunde wild gemacht...

da werden doch die fliegenden Hunde wild gemacht…

flying dogs, große Fledermäuse die auf den Inseln leben

flying dogs, große Fledermäuse die auf den Inseln leben

und eigentlich tagsüber schlafen sollten...

und eigentlich tagsüber schlafen sollten…

geschnorchelt wird hier natürlich auch wieder

geschnorchelt wird hier natürlich auch wieder

Ein Seestern!

Ein Seestern!

Ein Krebs!

Ein Krebs!

Inselleben

Inselleben

Muscheln sammeln auf der Insel

Muscheln sammeln auf der Insel

am späten Nachmittag gehts dann zurück aufs Boot

am späten Nachmittag gehts dann zurück aufs Boot

Zu Fuß gehts vom Hafen zurück zum Nirwana

Zu Fuß gehts vom Hafen zurück zum Nirwana

Abends gibt es ein Konzert, von einer bekannten Band in Riung. Man, richtige Stars hier im 2000 Seelen Ort! Unsere Freunde von der Bootstour erzählen uns von einem Bungalow-Guesthouse am Strand, etwa 30 min mit dem Bike von hier entfernt. Sie haben leider keine Zeit mehr, aber sie raten uns drigends an dort zu bleiben. Wir denken kurz darüber nach, denn eigentlich gefällt es uns auch im Nirwana (auch wenn wir mit dem Besitzer immer noch nicht so warm sind), entscheiden dann aber spontan am nöchsten morgen uns auf den Weg ins Watulajar, und in Phillips Eco Eden Resort zu machen.

Dies sollte eine der besten Entscheidungen werden, die wir je getroffen haben!


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Ein Kommentar zu “Mit dem Roller quer durch Flores – Von Borong bis Riung”

  1. Chris schrieb am 11. Dezember 2014 um 16:40 Uhr :

    Sehr eindrucksvolle Tour! Zudem sehr Detailliert niedergeschrieben. Hier steckt sehr viel Mühe und Liebe drin. Weiter so!

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