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Die Lords of Backpacking

Wir berichten im Blog auf Backpacker.Unterkunft.de von unserer Weltreise! Backpacker.Unterkunft.de

Markus (30, Wassermann)

Dipl. Betriebswirt und Schreiberling aus Regensburg

Lords of Backpacking Steckbrief: Markus

Selma (25, Wassermann)

Dipl. Psychologin und Reisende aus Kleve

Lords of Backpacking Steckbrief: Selma

Manu (31, Waage)

Gastronomisch in der Welt unterwegs

Lords of Backpacking Steckbrief: Manu

Hitchhiking Australia – Bildergeschichte

Markus Obstmeier am 29. November 2013

Mit ein paar Dollar in der Tasche landeten wir in Perth. Die Stadt gilt aufgrund der Minenarbeiten in Western Australia als einer der teuersten Flecken im Lande. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass Karratha das noch einmal toppen würde… Kurze Internetrecherche am Flughafen, dann mit dem öffentlichen Bus soweit wie möglich in die Nähe des günstigsten Hostels, dass wir finden konnten. Den Rest des Weges bestritten wir zu Fuß, als ein freundlicher Australier mit dem Auto anhielt. Wie es der Zufall will, war er der Besitzer genau jenem Hostels, dass wir auserkoren hatten und nahm uns und unsere Rucksäcke mit des Weges. Wir verbrachten zwei Nächte in Perth, sahen uns ein wenig um, versuchten uns von dem Preisschock nach zehn Monaten Asien zu erholen und suchten nach günstiger Nahrung. Was damit endete dass wir beispielsweise eine Portion Reis mit vier Chicken Wings kauften. Der Reis war trocken und zu meiner Überraschung bekam ich auf Nachfrage nicht einmal einen Hauch von Sauce. Tja, das günstigste was wir finden konnten…

Perth

Sonnenuntergang am Flussufer

Perth

Grüne Flecken in der Großstadt

Perth

Trockener Reis mit vier Chicken Wings für 4,50 Dollar.

Perth

Mitten im Kulturzenter

Perth

Straßenmusiker überall, wir haben dem kostenlosen Konzert etwas gelauscht

Wir waren bereit die 1544 Kilometer Richtung Norden nach Karratha zu bestreiten. Dort war unsere Chance auf einen Arbeitsplatz. Die Rucksäcke geschnappt und mit dem öffentlichen Bus zum Zug und um so weit wie möglich raus aus Perth zu kommen. Ziel war die nördlichste Busstation der Stadt in Midland, um erneut mit einem Bus zu einem Truckstopp zu gelangen.

Perth

Warten auf den Bus

Perth

Warten auf den nächsten Bus zum Truckstopp

Am Truckstopp angekommen, hatte wir sofort Glück. Ein junges Death Metal Paar nahm uns ein paar Kilometer mit in die nächst größere Dorf genannt Bellbrooks. Sie überschlugen sich förmlich mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Sie verabschiedeten sich mit einer herzlichen Umarmung, wie es die harten Death Metaller halt so tun.

Es wurde dunkel, die Geschäfte klappten die Fensterläden zu und unsere einzige Übernachtungsmöglichkeit hätte 130 Dollar gekostet, die wir natürlich nicht hatten. Nach einiger Zeit erfolglos den Daumen zeigen, fingen wir an zu grübeln. Wussten wir ja nicht einmal, ob das nächste Auto vielleicht ein Polizeiwagen war. Es war einfach schon zu dunkel. Da Hitchhiking illegal ist, war es also ein Spiel mit dem Feuer oder ein Gratisübernachtung im Gefängnis. Doch wir blieben am Ball und sollten belohnt werden. Nach weiteren 30 Minuten hielt Garry, dessen Katze auf dem Amaturenbrett saß. Er nahm uns mit nach New Norcia, die einzige Mönchstadt in Australien. 50 Einwohner, davon 8 Mönche. Er war überwältigend und wir sollten zwei Nächte in seinem Haus bleiben. Er kaufte Nahrung, Tabak und einen kleinen Umdrunk. Eine Gratisführung in der Mönchsstadt inbegriffen. Wie sich herausstellte, hat er nur gehalten, weil er dachte wenn der Kerl den Daumen hinhält und nicht das Mädchen in ihrem Rock, dann müssen sie bereits ganz schön verzweifelt sein.

New Norcia

Ein Blick in die Mönchsstadt

New Norcia

Garry´s Haus

New Norcia

New Norcia – Das Kloster

New Norcia

New Norcia

Nach 130 zurück gelegten Kilometern in zu vielen Tagen, mussten wir schneller werden. Glücklichweise hatte uns Garry pro Nase noch 50 Dollar mit auf den Weg gegeben. Was soll man zu so viel Herzlichkeit noch sagen! So packten wir unsere Rucksäcke mit 6 Liter Wasser und streckten wir wieder den Daumen raus und warteten…

New Norcia

Warten auf eine Mitfahrgelegenheit

New Norcia

Warten auf eine Mitfahrgelegenheit

Nach einer gefühlten Ewigkeit in der sengenden Hitze des Outbacks oder einer geschätzten Stunde, hatten wir Erfolg und unser Freund der Truckfahrer Fin nahm uns mit ein Stück des Weges nach Daliwallinu mit seinem 37 Meter langen Gefährt. Fin war wieder ein klasse Kerl, der uns aber leider mitteilte, dass wir mit diesem Highway durch das Outback auf dem völlig falschen Dampfer waren. Wir hätten den Highway an der Küste nehmen müssen. Gut, war nicht mehr zu ändern. So waren wir mit ihm beim beladen seines Trucks, beim Entladen seines Trucks, besuchten mit ihm in Daliwallinu die Kneipe (wo er uns natürlich auf ein paar Bier eingeladen hatte) und schliefen die Nacht in seinem Truck. Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr weckte er uns, wir stiegen aus und er fuhr weiter seines Weges. So planten auch wir, weiter unseres Weges zu ziehen. Doch es sollte Dauern bis sich eine weitere Mitfahrgelegenheit ergab.

Fahrt durch das Outback

Fahrt durch das Outback

Fin´s Ladestation

Fin´s Ladestation

Unser Truck

Unser Truck

King of the Road

King of the Road

Von unsagbaren Wert war nach einer erneute ewigen Wartezeit, dass Rob mit seinem Truck hielt. Der 29 jährige Neuseeländer war glücklicherweise auf dem Weg direkt in die Nähe von Karratha. Er hatte die Riesenreifen für die Minenfahrzeuge geladen. Der Wert eines Reifens ist 50.000 Dollar. Der Verdienst eines Truckfahrers mit eigenem Truck 1.400 Dollar pro Tag nach Abzug von Steuern und Diesel. Vorausgesetzt es werden 1.000 Kilometer am Tag gefahren, was aber so ziemlich jeder Fahrer schafft. So verbrachten wir mit Rob die nächsten zwei Tage und Nächte in seinem 57 Meter langen Truck. Als sich unsere Wege trennten, wartete er bis wir eine weitere Mitfahrgelegenheit für die letzten zwei Stunden nach Karratha hatten. Wir schickten Jo in ihrem Rock auf die Straße, während ich mich im Truck „versteckte“. Das war ziemlich erfolgreich, denn das zweite Auto hielt sofort. Nachdem sich herausstellte, dass die uniformierten Jungs mit Waffengürtel keine Polizsten, sondern Sicherheitsleute waren, stiegen wir ein und endeten in Karratha.

Truckstopp

Truckstopp im Outback

Outback

Regen im Outback

Die Ladung

Die Ladung Monsterreifen

Wunder der Natur

Wunder der Natur

Outback Hotel

Outback Hotel

Mein Truck

Mein Truck

Outback Highway

Outback Highway

Einmal mehr Outback

Einmal mehr Outback

Eintreiben der Rinder mit Hubschrauber

Eintreiben der Rinder mit Hubschrauber (Wenn auch der Hubschrauber auf dem Photo kaum zu erkennen ist)

Minenfahrzeug

Minenfahrzeug

Unser Truck

Unser Truck

In Karratha, wir waren im wahrsten Sinne des Wortes gerädert, kontaktierten wir unsere Schlafgelegenheit. Auf einem Hausboot im Nachbarstädtchen Dampier konnten wir für ein paar Tage bleiben. Dort war bereits ein weiterer mittelloser Amerikaner, der ebenfalls auf seine Jobzusage wartete. So fischten wir und vertrieben uns die Zeit.

Dampier

Mein erster selbst gefischter Hai

Sonnenuntergang am Hausboot

Sonnenuntergang am Hausboot

Tommy die Hausboot-Schildkröte

Tommy die Hausboot-Schildkröte

Men at work

Men at work

Alles in allem war es ein unglaubliches Abenteuer mit jeder Menge Spaß, Action und unfassbaren netten Bekanntschaften. Aber auch Geduld und Reisestress. Wenn man bedenkt, dass man bereits nach einem langen Flug Regenerationszeit benötigt, kann man abschätzen wie anstrengend es war. Doch wir sind uns einig: Es war es wert!


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