Der Roadtrip durch den Norden

Moritz am 19. Dezember 2013
Neuseeland

Als wir die ersten Tage erfolgreich in Auckland verbracht haben, sind wir in das Hostel Borders Beyond umgezogen. Die Atmosphäre in diesem Hostel ist einfach nicht zu übertreffen, als würde man in einem großen Wohnzimmer sitzen mit vielen, lustigen Leuten. Jeder wird direkt mit eingeschlossen, wenn eine Party ansteht oder etwas gemeinsam unternommen wird.
So saßen wir eines Abends im Wohnzimmer, nicht wissend was wir die nächsten Tage machen sollen. Nach 2 Flaschen Wein kam dann der Tipp: „Mietet euch einen Van und fahrt durch den Norden nach Cape Reinga!“ (Danke an Janosh und Moritz an dieser Stelle).
Also schnell den Van gemietet bei „Wicked Van“ (Die Firma vermietet lustig besprühte Campervans, mit eingebautem Bett und kleiner Küchenzeile, zu guten Preisen.) und auf den geplanten Roadtrip angestossen.

Wicked Van

Wicked Van

 

Am nächsten Tag ging dann unser Trip auch schon los.
„Wo fahrn wir eigentlich genau lang?“
„Hauptsache erstmal raus aus Auckland!“
Eine Route war schnell gefunden und der Proviant eingekauft. Der Plan war die Westküste hoch Richtung Cape Reinga und die Ostküste wieder runter.
Man fühlte sich erst richtig in Neuseeland angekommen, als wir aus dem Stadtleben Aucklands raus waren und die Strassen in Richtung Norden fuhren. Das Gras ist hier einfach grüner und allgemein die Farben der Natur einfach viel intensiver. Die Berglandschaften scheinen unendlich zu sein und allein während der Fahrt durch die Landschaften aus dem Fenster zu sehen, ist ein Genuss.

Unseren ersten Halt machten wir an den Kai Iwi lakes. Der See war komplett abgelegen von jeglicher Zivilisation, weshalb wir erstmal eine halbe Stunde abseits des Highways durch die Prärie fahren mussten, aber es hat sich definitiv gelohnt. Das Wasser war kristallklar und der Strand traumhaft, zudem waren wir alleine am ganzen See. (Leider kommt der Ausblick und das Feeling durch die Bilder nicht rüber 🙁 )

 

Kai iwi lakes

Kai iwi lakes

 

Man kann wirklich viel Gutes über die Neuseeländer erzählen, sie sind immer höflich, hilfsbereit, nett und unterhaltsam, aber als wir einen Schlafplatz für die Nacht suchten, mussten wir doch etwas Erschreckendes feststellen. Eine Kiwifamilie hatte kurz vor dem 90 mile beach einen eigenen „safe freedom campingground“ an ihrem Haus eröffnet, bzw. man durfte sich mit dem Van in den Garten stellen (wir waren die einzigen Gäste).
Als wir uns dann ein wenig genauer umsahen, kam das große Schrecken.
Rund um das Haus lag alles durcheinander rum, ob Müll oder Kleidung ganz egal. Das Bad wurde nach der Reinheit zu urteilen in den letzten 2 Jahrhunderten wohl nicht mehr betreten und galt nach der Spinnenanzahl und Vielfalt wohl eher als Zuchthaus. Daraufhin sahen wir einige Hundekäfige neben dem Haus, als wir auf diese zugingen, entdeckten wir die Überreste einiger zerfetzter Tiere und der Campingplatz verwandelte sich endgültig in einen Stephen King Drehort.

90 mile beach und cape reinga

Wenn man in Northland ist darf man auf keinen Fall Cape Reinga und 90 mile beach auslassen. Die Dimension des 90 mile beach (welcher in Wahrheit nur „55 Meilen“ lang ist) ist auf Bildern nicht zu erkennen. Wenn man dort steht und sich umschaut sieht man nur den wunderschönen und endlos langen Strand. Es gibt auch die Möglichkeit den Strand einige Kilometer entlang zu fahren, aber hier sollte man sein Auto schon realistisch einschätzen. Als wir gerade den Entschluss gefasst hatten, es mit unserer Klapperkiste zu wagen, sahen wir nur wie 50 Meter vor uns ein wesentlich besseres Auto im Sand stecken blieb und uns somit dazu brachte, diesen Plan wieder zu verwerfen.

 

90 mile beach

90 mile beach

 

Am Ende des 90 mile beach und knapp vor Cape Reinga liegen riesige

Sanddünen, die berühmt für das sogenannte „Sandsurfen“ sind. Kurz vor den Dünen ist es möglich, sich die Boards zu leihen und dann die riesigen Sandberge runter zu rasen. Wir haben diese Chance leider zu spät erkannt und haben es verpasst, die Boards zu leihen :/
Man wird aber echt verdammt schnell und es macht anscheind auch viel Spass, aber es ist sehr anstrengend, die Dünen nach oben zu laufen.

 

Sandsurfen Cape Reinga

Sandsurfen Cape Reinga

Sandduenen Cape Reinga

Sandduenen Cape Reinga

 

 

Als ich von cape reinga hörte, dachte ich zunächst „hm da fliessen das tasmanische Meer und der Pazifik zusammen, …naja“, aber am nördlichsten Punkt Neuseelands zu stehen, diesen Blick auf das Meer zu haben und einfach das Feeling von dort zu erleben, ist auf jeden Fall eine Reise wert!
Es ist auch nicht so, dass dort irgendjemand versucht sein Geschäft zu machen und „cape reinga Flagge + Wasser“ zum Schnäppchenpreis von $99 verkauft, sondern dort sind nur ein paar Touristen, Klohäusschen und der Leuchtturm. Ich kann es nur empfehlen ganz nach oben zu fahren und den Moment zu geniessen. 😉

 

Cape Reinga

Cape Reinga

 

Wenn man auf seinem Trip auf Campingplätzen schläft, empfehle ich allgemein die D.O.C. Campinggrounds. Sie bieten zwar nur das aller Nötigste und aus den Duschen kommt gefühlt kein Wasser, sondern flüssiger Stickstoff raus, aber die Plätze kosten eigentlich immer unter $9 und sind auch meistens echt schön. Besonders ist der Campingground in der Nähe von Cape Reinga, genau genommen an der Spirits Bay.
Man fährt eine Ewigkeit im Nichts über Schotterwege und denkt, dass man sich schon 3 mal verfahren hat, aber dann kommt man auf diesen riesigen Platz. Das Besondere ist nicht der Campingplatz direkt, sondern der anliegende Strand, welcher aus vielen, kleinen, bunten Muscheln und Steinchen besteht. Der Strand ist auch einen Besuch wert, wenn man nicht an der Spirits Bay übernachtet 😉

Die Ostküste runter nach Auckland

Nächster Stop unseres Trips war Kerikeri, ein sehr schönes Städtchen mit einer schönen Einkaufsstrasse. Hier übernachteten wir auf einem Parkplatz ohne jegliche Vorahnung.
Morgens 7:00 kam dann das böse und vor allem laute Erwachen. Vor uns Baustelle, hinter uns Baustelle, neben uns Baustelle und alle schauten verwirrt auf uns, als wir aus dem Auto kletterten.
Nachdem wir uns von unserem Morgen erholt hatten machten wir uns auf den Weg nach Pahia, wo wir die „Bay of islands tour“ gemacht haben. Bay of islands sind über 150 Inseln, welche wirklich zum größten Teil sehr schön sind, doch nach der 5. Insel sahen alle recht ähnlich aus.
Außerdem haben wir ein paar schlecht gelaunte Delphine gesehen (nur paar mal aufgetaucht und ausgepustet) und eine kleine Robbe. Die Krönung der Tour war das berühmte „hole in the rock“, wo man dann mit seinem Tourboot durchfährt. Die Tour hat $95 gekostet und als kleiner Tipp: es ist verdammt kalt im Wind, also wer keine Lust hat auf eine Zitterfahrt, dann dick einpacken ;). Pahia an sich ist auch eine schöne Stadt, in der sich fast alles nur um bay of islands handelt.

 

 

Hole in the Rock

Hole in the Rock

 

Unser letzter Zwischenstop bevor wir Auckland wieder erreicht haben, war Whangarei und meiner Meinung nach ist diese Stadt keinen Besuch wert, ausser die Wasserfälle, die sollte man sich anschauen (falls man zufällig vorbei kommt).

Unseren Trip beendeten wir mit der Fahrt auf den Mt.Eden, bei Nacht mit dem Blick auf das beleuchtete Auckland. Das habe ich zwar schon erwähnt, aber auf jeden Fall machen!

Mein Resultat von diesem Trip ist, dass die Ostküste wesentlich schöner ist als die Westküste, es unendlich viele Schafe und Kühe gibt, man an Cape Reinga gewesen sein muss, so ein Bett im Van klein und unbequem und so eine warme Dusche wirklich Gold wert ist 🙂


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Ein Kommentar zu “Der Roadtrip durch den Norden”

  1. godfather schrieb am 1. Januar 2014 um 13:20 Uhr :

    Hey Momo, nice to read u 🙂 … sensational pictures … impressive stories … become envious! … wish a Happy New Year and exciting trips anymore … will follow … godfather 😉

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