Der Neue

Ralf am 25. Juni 2013

Hallo, ich heisze Ralf und wurde von Markus auf Sumatra „angeworben“, um fuer die hiesige Seite zu schreiben. Ich selber habe schon einen Blog (der ist bei mir auch maskulin; also der Blog, nicht das… weils besser klingt) und werde daher Auszuege daraus verwenden, die ich jedoch abaendern und anpassen werde.

Ich reise mit meinem Motorrad von Australien nach Deutschland und bin vor etwa 10 Tagen in Penang/Malaysia angekommen. Hier warte ich zZt auf Ersatzteile, die aus Deutschland unterwegs sind. Um die Wartezeit zu verkuerzen, habe ich vor ein paar Tagen einen Abstecher nach Kuala Lumpur (KL) und Singapur gemacht.

Nun wisst ihr Bescheid und es kann los gehen…

Am Dienstag (11.06.) liesz ich mich per Moppedtaxi  zum nahen Flughafen (Polonia Airport, Medan, Sumatra, Indonesien) schippern. Der Innenstadtflughafen von Medan  hatte einen charmanten „Used-Look“, was einem, wenn man ne Weile in Indonesien war, aber nicht besonders auffaellt. Nach den ueblichen zwei Stunden Wartezeit (internationaler Flug) und zwei weiteren Stunden Wartezeit (Verspaetung?) war ich immernoch am Boden. Natuerlich war ich beunruhigt, obwohl man mir mehrfach erklaerte, ich sei am richtigen Gate, denn es gaebe ja nur eins. Schlieszlich empfahl man mir jedoch, mal unten am Ticketschalter zu fragen. Also liesz ich mein Gepaeck in treuen Haenden bei den Wachleuten in der Abflughalle und ging wieder runter. Leider lag aber zwischen mir und den Ticketschaltern noch die Schleuse der Einwanderungsbehoerde, bei der ich ja frueher am Tag schon vorbeigkommen war und dementsprechend mein Pass abgestempelt und das Visum ungueltig wurde. Als ich dem Grenzer mein anliegen kurz schilderte, liesz er mich jedoch milde laechelnd wieder nach Indonesien rein, sogar ohne meinen Pass einzubehalten! Indonesien zum schluss nochmal so wie wir es kennen und lieben: Ich bin cool, wenn du cool bist – dann ist alles easy und niemand muss unnoetig die Pferde scheu machen! Vielen Dank! So koennte es immer sein! Der Mann am Ticketschalter erklaerte mir dann, dass das Flugzeug so in ner kappen Stunde da sein wolle und ich koenne wieder nach oben gehen, denn da gibts gegen Vorlage der Bordkarte eine warme Mahlzeit als Entschaedigung. Und tatsaechlich gabs Essen und nach ner reichlichen Stunde durften wir los…also runter aufs Rollfeld und rein in den – Zubringerbus. Der fuhr uns an saemtlichen parkenden Maschinen vorbei , entlang verfallener Gebaeude bis hinter zum Flugzeugfriedhof. Dort standen auch ein paar Propellermaschinen herum von denen wir eine (Muster: ATR 72-500) zu besteigen hatten. Die knapp 300km waren in etwa 40 min bewaeltigt und ich betrat malayischen Boden (noch kein Festland, es handelt sich um eine Insel ca fuenf km vor der Kueste).

Hier in Penang, genauer George Town, wurde ich bereits erwartet: Freunde meiner Cousine leben hier aus beruflichen Gruenden fuer eine Weile. Als mich das Taxi an der vereinbarten Adresse abgesetzt hatte, bekam ich schon mal grosze Augen: Ein gewaltiges Tor oeffnete sich wie von Zauberhand und dahinter erschien ein landschaftsarchitektonisch durchgestylter Innenhof mit englisch gestutzten Hecken und Rasenflaechen, Blumenwaenden und Zierwasserbecken! Aber zu allererst gabs eine Wachstube. Als ich den Namen meiner Gastgeber nannte, wurde jedoch nur mit dem Kopf geschuettelt. Da aber baertige weisze Maenner hier anscheinend nicht fuer kriminelle Energie beruechtigt sind, zeigte man mir die Mieterliste des 35 Geschossers, aus der ich mir die Familie L* herraussuchen konnte. Aber gabs nicht. Dann fand ich gottseidank den Eintrag „Mr. Steffen* and Mrs. Kathrin*“, welche aus den sonstigen asiatischen Namen auffaellig hervorstachen. Diese rief man an und ich wurde vom Wachschutz zum Hauptportal eskortiert und dort an Ls uebergeben.

Im neunten Stock angekommen betrat ich sehr groszzuegige 300m^2 deutsche Kolonie mit Blick auf Stadt, Berge und Meer. Es gibt auch drei wohlerzogene, freundliche Kinder im Alter von 11, 13 und 15 Jahren und heimische Hausmannskost, die ich nach nun ueber zwei Jahren Abstinenz sehr zu schaetzen weisz! Der krasse Gegensatz zwischen indonesischen Stromausfaellen, Eigenbaufahrzeugen und Muellfeuern zu diesem massiven westlichen Luxus in Mamor und Stahlbeton loeste in mir zum ersten Mal einen kleinen Kulturschock aus.

Am naechsten Morgen setzte die gute Kathrin mich bei der Spedition ab, wo ich mich um die Herausgabe vom Hiatamadl (Motorrad) kuemmern musste, welches ja mit dem Schiff von Medan herueber gekommen war. Dort traf ich Mr. Lim**. Er drueckte mir ein laecherliches Alibihelmchen in die Hand („Hier, der hat mal meinem Vater gehoert.“), verfachtete mich auf den Soziussitz seiner Zwiebacksaege (kleines Moped) und schaukelte uns mittels Autofaehre rueber aufs Festland, wo sich der Hafen befindet. Nach der schnellen und unkomplizierten Zollabwicklung (Mr Lim: Gut dass du mit warst, wenn kein Weiszer dabei ist, muss man hier stundenlang warten…) sasz ich wieder auf meinem Schlachtross und fuhr schnurstracks – Achtung – zum naechsten KTM-Fachhaendler. Leider war keine Kupplung vorraetig. Das freundliche und kompetente Personal rechnete mit einer etwa vierwoechigen Bestellungszeit aus Oesterreich. Aufgrund der seeehr fairen Arbeitszeitkosten entschied ich, das Krad an Ort und stelle zu belassen, die Kupplung jedoch dezentral ueber meinen Bruder aus Deutschland zu beschaffen (etwa zwei Wochen). Auf Penang nahmen mich meine Gastgeber wie Sebstverstaendlich auf Ausfluege zu den wichtigen Sehenswuerdigkeiten mit und integrierten mich liebevoll in die Familie!

Ich Buchte also einen Flug nach KL und zischte am Sonntagabend los: 50min flug, anderhalb Stunden Busfahrt ins Zentrum, Taxi nach Chinatown, gebuchtes Hostel nicht gefunden, ewig rumgeirrt, schlieszlich irgendwo einquartiert (ca 6Euro/Nacht in Downtown KL!) und nichts bereut. Nichtmal Kakerlaken anwesend, alles sauber und ordentlich, sogar superduperhighspeed Internet gabs umsonst dazu (Downs im Mb/s Bereich!)! Dank Mr Steffens Insidertipps genoss ich ein (all you can eat) Kuchenbuffett im rotierenden Restaurant des KL-Tower (Fernsehturm) in 280m Hoehe fuer 50 Ringgit Malaysia (<13 Euro). Preis fuer nur Aussichtsplattform: 47 RM. Wird nicht oeffentlich beworben, muss man an der Kasse erfragen! Vielen Dank fuer den Tipp!

Skyline vom KL-Tower aus

Skyline vom KL-Tower aus

All you can eat!

All you can eat!

Nachdem ich mich ca zwei Stunden lang stilvoll mit leckerem Kuchen vollgestopft und dabei die herrliche Aussicht genossen habe, machte ich mich zum naechsten Geheimtipp auf: Sky-Bar im noblen Traders Hotel. Kein Ort in KL bietet bessere Sicht auf die Petronas-Tuerme. Schon gar nicht bei einbrechender Dunkelheit… Absolut bombastisch! Und kein Kellner nervt, wenn man sich stundenlang an einem (ca 40 RM teuren) Bier fest haelt.

Petronas Tuerme

Petronas Tuerme

und etwas spaeter

und etwas spaeter

KL ist einen Besuch wert!


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5 Kommentare zu “Der Neue”

  1. maria schrieb am 25. Juni 2013 um 11:09 Uhr :

    Hallo Ralf herzlich willkommen,auf dieser Blogseite,die ich sehr interessiert verfolge.Ist ja ein Wahnsinnsbericht.Was Du alles erlebst.lst ja direkt aufregend u.sehr lebendig.Du hast ja allerhand vor.Freue mich schon auf Deinen nächsten Bericht u.den werde ich sogar nochmal in aller Ruhe lesen:-) l.G.Maria

    • rbierich schrieb am 25. Juni 2013 um 18:06 Uhr :

      Ja, ich weisz, es ist eigentlich zu viel Text fuer Blogs, aber ich bin nicht gut im kuerzen…

      Tja, da steht noch einiges aus! Ich bin auch sehr gespannt!

  2. Markus schrieb am 25. Juni 2013 um 17:09 Uhr :

    Willkommmen Mate! Schön was von Dir zu lesen. Auch wenn ich einen Teil der Story ja schon kenne^^ Viel Spaß noch in Georgetown und wenn du in der Nähe von der Julia Street bist und zufälllig in die Lovelane kommst… dann sag Chris (ein Heavy Metall Fan mit langen Haaren) einen schönen Gruß von mir… dem Hosteltester.

    P.s: Der weiß wo es das Bier für 3 Ringgit gibt. Also hau rein! Aber du hast ja eh Insider bei Dir.

    • rbierich schrieb am 25. Juni 2013 um 18:08 Uhr :

      Da muss ich doch mal schauen…

      Ich geniesze zzt tatsaechlich sehr mein oeh…familienleben hier!

  3. maria schrieb am 25. Juni 2013 um 18:57 Uhr :

    Der Text war nicht zu lange,so hab ich das nicht gemeint,es war einfach toll geschrieben u.interessant zu lesen

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