Das Rhythm and Vines Festival in Gisborne

Moritz am 5. Juni 2014
Gisborne

Nach einigen Tagen bei Cherie und Brando haben wir begonnen, nach unserer nächsten Wwoofingstelle zu suchen. Nach den zahlreichen Telefonaten wurde schnell deutlich, dass dies ebenso schwer ist wie das Mal zuvor. Als wir die 40 Absage bekommen hatten, erzählten wir Cherie von unserem Problem und sie fragte dann ein paar ihrer Bekannten. An unserem letzten Abend sagte sie uns dann, dass sie Freunde in der Nähe von Gisborne habe, die uns nehmen würden. Da wir unser Neujahr dort feiern wollten passte dies einfach nur zu perfekt.

Wwoofen in Tolaga Bay bei Bob and Caron

Cherie gab uns einen genauen Plan wie wir fahren mussten um zu Bob und Caron zu gelangen. Doch als wir raus aus der Stadt fuhren war weit und breit nichts zu sehen außer Wiese und Schafe. Wir fuhren und fuhren und entdeckten eine Einfahrt mit der richtigen Hausnummer, doch der Weg führte in einen Wald. Also fuhren wir etwas skeptisch die Einfahrt entlang und gelangten nach 3 maligem Aufsetzen zu einer Lichtung wo Bob und Carons Haus stand. Wir wurden direkt herzlichst begrüßt und zum Empfang gab es gleich ein eisgekühltes Heineken. Kurz gesagt, man fühlte sich gleich pudelwohl. Nach der ersten Unterhaltung gab es dann Abendessen, ein unglaubliches Festmahl. Drei verschiedene Fleischsorten mit sehr guten Salatbeilagen und dazu ein paar gute Glässchen Wein. Man hat uns direkt in die Familie aufgenommen und wir sollten uns wie zu Hause fühlen. Nach dem köstlichen Mahl hat uns der Hausherr noch zu einer kleinen Whiskeyverkostung eingeladen und hat uns einige seiner Schätze serviert. Peinlich war nur, dass wir an dem Geburtstag der Dame des Hauses ankamen und dies nicht wussten. Wir fanden es nur heraus, als ich ihr Geburtstagsgeschenk gesehen habe: ALLE STAFFELN BREAKING BAD. Diese Erkenntnis krönte den genialen Abend dann noch einmal. 🙂

Zum Thema wann wir anfangen sollen mit der Arbeit, kam die Antwort „naja wenn ihr gefrühstückt habt, dann danach irgendwann“. Die Arbeit war nur ein wenig Holz machen, Bob fällte die Bäume, wir schichteten, er zersägte. Zu Beginn haben wir auch noch einige Holzstücke gespalten. Das Problem war nur, dass das Holz dicker war als ein Mammutbaum und härter als Stahl. Man schlug auf den Stamm und die Axt flog zurück, als habe man gegen eine Gummiwand geschlagen.
„Nicht aufgeben Müller“ dachte ich mir und holte aus! KRACH! Das Holz war gebrochen! Nur leider nicht der Holzstamm, sondern der Holzstiel der Axt. An unserem ersten Tag haben wir 4 Stunden Holz gemacht. Die restlichen Tage waren von den Arbeitsstunden eher Gering besetzt, also 4 Stunden in den restlichen 4 Tagen insgesamt. Man möchte hier jedoch anmerken, dass dies in keinster Weise auf unsere Arbeitsmoral zurück zu führen ist, sondern auf das neuseeländische Wetter. Unsere Freizeit verbrachten wir dann damit in das kleine Städtchen Tolaga Bay zu fahren und den ewig langen Steg entlang zu flanieren. An anderen Tagen genossen wir ein kühles Corona, während wir alle 3 Herr der Ringe Special Edition schauten. Hier eine kleine Anmerkung zu den Filmen: Sie sind genial und man muss sie gesehen haben UND wenn es geht die Special Edition. Es gibt so viele entscheidende Szenen, welche rausgeschnitten wurden. Na gut, man musste etwas rausschneiden, weil die Special Edition schon verdammt lange geht, aber warum denn Szenen wie die als Saruman stirbt?!

An einem Tag durften wir mit Bob, hinten auf seinem Pick-up mit zu seinem „Duck shoot“-See fahren und durften auch mal selbst mit seiner riesigen Schrotflinte schießen. Auf jeden Fall eine großartige Erfahrung gewesen. Außerdem hatten sie einen großen Pool und 2 Trainingsgeräte auf denen die deutschen Ruderer und Radler einige Rennen gemacht haben.
Bob und Caron waren beide unglaublich gute Köche und bewiesen dies mit einigen guten Mahlzeiten, wie z.B. dem großartigen Schafsbraten.

Unsere Aussicht von unserem Balkon

Unsere Aussicht von unserem Balkon

Der Steg in Tolaga Bay

Der Steg in Tolaga Bay

Gisborne während dem Rhythm and Vines Festival

Nach unserem Aufenthalt bei Bob und Caron machten wir uns auf den Weg nach Gisborne. Durch das Festival zeigte sich Gisborne von seiner schönsten Seite, eine lebendige Stadt mit gut gelaunten Menschen. In der ganzen Stadt ging es nur um Rhythm and Vines, Plakate, Angebote und Gespräche handelten nur von diesem Event.
Dies ist auch irgendwie klar, denn mit seinen 30000 Besuchern bringt das Festival DEN Wirtschaftsboom jedes Jahr.
Wir standen vor dem Problem wo wir unser Auto für die Nacht parken sollten. Die Neuseeländer sind zwar ein sehr nettes Völkchen, aber es gibt immer ein par schwarze Schafe und so ein Backpacker Auto am Straßenrand ist dann natürlich ein gefundenes Fressen. Bei diesem Problem half uns dann der Small Talk wieder einmal weiter und wir konnten unser Auto im Hof einer Arbeiterin parken. Hier gabs dann auch noch gleich die Möglichkeit vorzuglühen. Interessant war die Arbeitsaufteilung in diesem Haushalt. Der Mann hat die ganze Zeit am Haus geschuftet wie ein Irrer, während sich die Frau mit uns einige gebrannte Flüssigkeiten zu Gemühte führte. Als der Mann dann einige Zeit später die Arbeit beendete gab es kein lecker serviertes Essen, nein er durfte sich ein Brot machen und zur Belohnung gab es ein Bier. Die Frau und ihre Freundin sicherten sich noch schnell ein Ticket, also durfte der Mann dann am Silvesterabend auch noch alleine auf die Kinder aufpassen und davor uns alle noch zum Festival fahren.

Das Rhythm and Vines Festival</strong

Das Rhythm and Vines Festival

Hunderte Autos vor den Weinbergen Gisbornes und tausende Menschen, die auf die Weinfelder zulaufen. Das Festival findet wirklich inmitten der Weinfelder statt! Einfach genial!
Das Festival geht allgemein 3 Tage lang und hat ein großartiges Line-up zu bieten. Die Höhepunkte waren: Rudimental, Wiz Khalifa, Empire of the Sun und noch einige weitere. Es gab 2 große Bühnen und mehrere kleinere, welche auf keinen Fall zu unterschätzen waren. Es gab zahlreiche Getränkestände und bezahlt hat man mit einem Chip, den man immer mit Geld aufladen konnte.
Wir kamen also mit Bombenstimmung zum Festival und es war einfach unbeschreiblich! Die Masse tobte! Jeder war extrem gut drauf und sogar die Getränkepreise gingen einigermaßen, zumindest zum Teil. Feststellen mussten wir nur, dass man sich verdammt schnell verliert, was nach 15 Minuten das erste Mal der Fall war. Pünktlich um 0 Uhr kam dann das Feuerwerk und Rudimental fing an aufzulegen. Da war spätestens der Zeitpunkt, wo ich wusste, dass man Silvester in ganz Neuseeland nicht besser hätte feiern können.

Das Feuerwerk auf dem Festival

Das Feuerwerk auf dem Festival

Die Djs, welche bei den kleineren Bühnen aufgelegt hatten, waren wirklich den großen Künstlern in keinem Deut schlechter. So haben wir einige Zeit an der Adidas Bühne verbracht und uns kurzzeitig mit einem Jägermeister daran erinnert, dass in der Heimat noch lange nicht das neue Jahr zelebriert wird. Wir feierten bis in die Morgenstunden und hier kommt das i-Tüpfelchen des Festivals, Gisborne ist die erste größere Stadt, welche die Sonne im neuen Jahr sieht. Wir sind dann mit den bereitgestellten Shutteln wieder zurück in das Stadtzentrum gefahren und noch am Abend vom 1.1 waren wir wieder zurück in Opotiki. NUN kann ich also mit Stolz verkünden: ICH gehöre zu den ersten Tausenden, welche die Sonne 2014 gesehen haben.


« »

Ein Kommentar zu “Das Rhythm and Vines Festival in Gisborne”

  1. talia-oe schrieb am 24. September 2014 um 23:23 Uhr :

    Darf ich fragen wie viel ihr für den einen Tag auf dem Festival bezahlt habt? 🙂
    Liebe grüße

Ein Kommentar hinterlassen:





Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.