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Die Lords of Backpacking

Wir berichten im Blog auf Backpacker.Unterkunft.de von unserer Weltreise! Backpacker.Unterkunft.de

Markus (30, Wassermann)

Dipl. Betriebswirt und Schreiberling aus Regensburg

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Dipl. Psychologin und Reisende aus Kleve

Lords of Backpacking Steckbrief: Selma

Manu (31, Waage)

Gastronomisch in der Welt unterwegs

Lords of Backpacking Steckbrief: Manu

Brunei, Bandar Seri Begawan

Markus Obstmeier am 1. April 2013

Nach einer 30 Stunden Reise von Sumatra nach Bandar Seri Begawan, Brunei, konnte ich endlich in ein erschwingliches Zimmer einchecken und war froh, die Reise unbeschadet überstanden zu haben. Auf der Fahrt vom Lake Toba nach Medan, hatte sich der Anhänger eines entgegenkommenden Lastwagens quer über beide Spuren gestellt und die Zugmaschine schleifte ihn hinter sich her. Glücklicherweise konnte sich unser Fahrer am Straßenrand an dem auf uns  zu rutschendem Ungetüm vorbei schmuggeln.  Die Szene schien einem Chuck Norris Actionfilm entsprungen zu sein. Wenn man allerdings den Fahrstil der Indonesier in Sumatra betrachtet, fällt der  tonnenschwere Koloss  auch nicht mehr großartig ins Gewicht. Aber so ist das nun mal in einem Land, in dem geschätzte 60 Prozent der Fahrer keinen Führerschein haben.

In Brunei kann ich jedem budgetbewussten Reisenden nur auf das Jugendhostel in der Nähe des Busbahnhofs verweisen. Leider war das zu meinem Besuch komplett von der Singapurer Polizei besetzt, die dort Trainingswochen hatten. So blieb mir nur die nächst günstigere Variante für 33 Brunei Dollar über. Die Währung ist 1:1 an den Singapur Dollar gekoppelt. Ein Euro entspricht etwa 1,6  Brunei Dollar. Die Übernachtungen in der Hauptstadt sind wirklich sehr teuer und so war ich letztendlich froh, dieses Schnäppchen geschlagen zu haben.

Die Bruneien sind sehr freundlich und hilfsbereit. So hat mich gleich ein pensionierter Einheimischer ins Auto gepackt und zu dem Gasthaus gefahren. Zuvor allerdings wartete ich einige Zeit ins Ungewisse auf einen öffentlichen Bus am Flughafen, der sich ein gutes Stück außerhalb befindet. Das Problem war, dass Taxis ebenfalls sehr teuer sind und kein Mensch einem sagen kann, wann und ob der nächste Bus kommt. Nachdem ich das Problem mit meinem Zimmer geklärt hatte, musste ich nur noch vier Stunden warten, bis ich es beziehen konnte. Da ich seit geraumer Zeit nichts gegessen und getrunken hatte, wollte ich mir in dieser Zeit ein schönes Mittagessen gönnen. Dies war allerdings auch erst nach zwei Stunden Wartezeit möglich, da das Freitagsgebet von 12:00 bis 14:00 Uhr gerade begonnen hatte. In dem absolut muslimischen Staat ist es in dieser Zeit per Gesetz verboten, seine Läden zu öffnen und Handel zu treiben. Die Stadt gleicht in dieser Zeit an jeder Ecke einer Geisterstadt. Nur ein paar ahnungslose Touristen tappen irgendwo in der Gegend herum oder sitzen vor den geschlossenen Kaffeehäusern. Gut, da hätte man sich als Reisender einfach besser informieren müssen. Letztendlich kam ich zu meinem Essen und konnte meinen Flüssigkeitshaushalt notwendigerweise endlich auffrischen.

Wie es überall geschrieben steht, glänzt die Stadt mit erstaunlicher Architektur und einer einzigartigen Atmosphäre. Die goldene Kuppel des muslimischen Gotteshauses schimmert über die Stadt. Sie ist das teuerste Bauwerk dieser Art auf der Welt und hat laut Info eines Einheimischen 15 Millionen Brunei Dollar verschlungen. Doch das ist es wert, schließlich gesellt sich der Sultan selbst zumindest jeden Freitag zur Mittagszeit zum Volk für das gemeinsame Gebet. Auch die Wasserstadt ist ein absoluter Hingucker.  Gut, was nun. Ich fragte fünf Einheimische was es noch an Sehenswürdigkeiten gibt und erhielt stets dieselbe Antwort, dass es nicht wirklich mehr gäbe und Sie bis auf das Einkaufs- und Unterhaltungscenter nicht mehr wüssten.

Dann ist da noch etwas, was dieser Stadt diesen anderen Flair verleiht. Es gibt keinen Tropfen Alkohol (nur in den guten Hotels für Gäste mit spezieller Karte) und selbst Zigaretten sind in der ganzen Stadt nicht erhältlich. Nicht offiziell! Es war fast schon witzig, als mich ein Bewohner in einen Hausflur lotste, um mir dort eine Schachtel zu übergeben. Er verwies mich darauf, diese Zigaretten nicht öffentlich auf der Straße zu rauchen, da das Schmuggelware sei. Ich befolgte den Rat meines Zigarettendealers und fand es erstaunlich, dass sie tatsächlich auch geheime und illegale Drinkabende veranstalten. Jedoch nur Personen aus dem Kreis des Vertrauens nehmen daran teil. Als ich erfahren habe, wie die Bestrafung aussieht, fand ich es nicht mehr so amüsant. Wird man mit mehr als einer Stange Zigaretten erwischt, muss man zwischen 10.000 und 20.000 Brunei Dollar zahlen und wird, jetzt kommts, mit einer Art Bambusstock dreimal gezüchtigt. Möchte nicht wissen was den Zigaretten-Dealern geschieht, wenn diese Informationen der Wahrheit entsprechen. Kein Wunder, dass der malaysische Nachbarort Miri am Wochenende vor lauter Partywütiger Gäste nur so brummt.

Allerdings bleibt auch wirklich zu sagen, dass ein sehr angenehmens Klima in dieser Stadt herrscht und man sich wohl und willkommen fühlt. Ich habe meinen kurzen Aufenthalt, wegen den teueren Übernachtungspreisen, sehr genossen und bin mir sicher, dass es keine vergleichbare Stadt auf dieser Welt gibt. Fazit: Brunei ist einfach anders und definitiv einen Besuch wert!

Brunei, Bandar Seri Begawan

Stadtaffe in Brunei

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan

Brunei, Bandar Seri Begawan


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4 Kommentare zu “Brunei, Bandar Seri Begawan”

  1. Christa schrieb am 7. April 2013 um 16:15 Uhr :

    HALLO MARKUS,
    KANN MIR GUT VORSTELLEN,DASS JEDER ORT ODER STADT SEINEN EIGENEN REIZ HAT.WIE SCHAUTS EIGENTLICH AUS. HAT MAN NACH EINIGER ZEIT LANGSAM HEIMWEH ODER IST EHER DAS GEGENTEIL DER FALL.

    NUN WUENSCHE ICH DIR WEITERHIN VIELE BEEINDRUCKENDE ERLEBNISSE

    LG cHRISTA

    • Markus schrieb am 29. April 2013 um 09:56 Uhr :

      Ist unterschiedlich Christa… der Entdecker-Reiz überwiegt auf jeden Fall! Manches vermisst man sicherlich, so wie man zu Hause auch manches vermisst 😉

  2. Tini schrieb am 9. April 2013 um 21:00 Uhr :

    Lieber Markus! Heute kam deine Sea Mail an. Danke! Wir haben uns sehr darüber gefreut. Freuen uns mehr von dir zu hören. Liebe Grüße, Tini, Willi und Florian

    • Markus schrieb am 29. April 2013 um 09:55 Uhr :

      Freut mich, wenn die Post angekommen ist… war nicht bei jedem der Fall 😉

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